Dr. med. Bianca Witzschel

Dr. med. Bianca Witzschel

Allgemeinmedizin; Pharmakologie und Toxikologie  ·  Moritzburg, Deutschland
2 Jahre 8 Monate Haft, 3 Jahre Berufsverbot – seit 06.02.2026 in der JVA Chemnitz
Fallbericht — Dokumentation

Art der Verfolgung

  • Staatliche Strafverfolgung
  • Untersuchungshaft (13.02.2023 – 17.06.2025)
  • Strafhaft (seit 06.02.2026 in der JVA Chemnitz)
  • Ruhen der ärztlichen Approbation (Landesdirektion Sachsen, seit 01.02.2022)
  • Gerichtliches Berufsverbot (3 Jahre)
  • Zwangsversteigerung des Eigenheims

Vorwurf

  • Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse in 1003 Fällen (§ 278 StGB) – Maskenatteste, Impfunfähigkeitsbescheinigungen und PCR-Atteste
  • Urteil des Landgerichts Dresden vom 17.06.2025 (AZ. 15 KLs 734 Js 35923/21): Gesamtfreiheitsstrafe von 2 Jahren und 8 Monaten ohne Bewährung, Einziehung von Wertersatz in Höhe von 47.186,45 € sowie Berufsverbot von 3 Jahren
  • Rechtskräftig, nachdem der BGH die Revision mit Beschluss vom 27.08.2025 (AZ. 5 StR 130/25) – von einer unwesentlichen Klarstellung zum Schuldspruch abgesehen – als unbegründet verworfen hat
  • Zwei weitere Strafverfahren sind noch offen

Was ist tatsächlich passiert?

Dr. Bianca Witzschel verfügt als Fachärztin für Allgemeinmedizin und zusätzlich als Fachärztin für Pharmakologie und Toxikologie über fachärztliches Sonderwissen zu Wirkstoffen und ihren Risiken. Aus dieser Kompetenz heraus hat sie die sogenannten Anti-Corona-Maßnahmen und insbesondere die modRNA-Injektionen von Beginn an kritisch hinterfragt – so, wie ihr Beruf es von ihr verlangt.

Das Landgericht Dresden hat in seinen Urteilsgründen zwar anerkannt, dass sie ihre Patienten schützen wollte, sich aber nach Einschätzung ihrer Verteidigung nicht ansatzweise damit auseinandergesetzt, ob und inwieweit ihr Handeln – gerade aufgrund ihres fachärztlichen Sonderwissens – gerechtfertigt oder zumindest entschuldigt sein könnte.

[Eine persönliche Stellungnahme von Frau Dr. Witzschel ist zurzeit nicht möglich, da sie in der JVA Chemnitz einsitzt. Ergänzungen zu ihrer eigenen Perspektive können über den Wahlverteidiger RA Wilfried Schmitz eingereicht werden.]

— Dr. med. Bianca Witzschel

Aktueller Stand

  • Rechtskräftige Verurteilung zu 2 Jahren und 8 Monaten Gesamtfreiheitsstrafe ohne Bewährung
  • Einziehung von Wertersatz in Höhe von 47.186,45 €
  • Gerichtliches Berufsverbot von 3 Jahren
  • Ruhen der Approbation seit 01.02.2022
  • Strafhaft seit 06.02.2026 in der JVA Chemnitz (nach Anrechnung der Untersuchungshaft verbleibende Reststrafe)
  • Halbstrafenantrag abgelehnt
  • Zwei weitere Strafverfahren noch offen
  • Seit 23.03.2026 vertreten durch den Wahlverteidiger Rechtsanwalt Wilfried Schmitz
Auswirkungen — Dokumentation

Berufliche Auswirkungen

  • Ruhen der ärztlichen Approbation durch die Landesdirektion Sachsen seit 01.02.2022
  • Gerichtliches Berufsverbot über 3 Jahre
  • Vollständige Beendigung der hausärztlichen Tätigkeit in Moritzburg

Finanzielle Auswirkungen

  • Wirtschaftlicher Ruin durch jahrelange Strafverfolgung, Untersuchungs‑ und Strafhaft
  • Einziehung von Wertersatz in Höhe von 47.186,45 €
  • Seit Jahren kein Einkommen mehr
  • Kündigung von Bankkonten
  • Verlust der Krankenversicherung
  • Zwangsversteigerung von Praxis und Wohnhaus in Moritzburg – weit unter dem eigentlichen Wert
  • Erhebliche Anwalts‑ und Gerichtskosten

Kollegiale Reaktionen

Soweit öffentlich sichtbar, überwiegt unter namentlich auftretenden Ärztinnen und Ärzten die Solidarität mit Dr. Witzschel. Kollegen, die sich öffentlich distanziert oder verurteilend geäußert hätten, sind im Netz nicht zu finden.

Solidarische Stimmen aus der Ärzteschaft

  • Prof. Dr. Andreas Sönnichsen (Allgemeinmedizin, ehem. Medizinische Universität Wien, MWGFD-Vorstand) – Offener Brief an Gesundheitsministerin Nina Warken
  • Dr. Monika Jiang (Fachärztin für Allgemeinmedizin, Weinheim – selbst Fall #0013) – gemeinsame Pressemitteilung mit RA Katja Wörmer und Journalistin Katja Heusinger sowie DW-Interview: Die Verfolgung von Ärzten muss aufhören.
  • Dr. Christina Baum (Ärztin, Mitglied des Bundestages, Gesundheitsausschuss): Ein unfassbarer Skandal, dass Dr. Witzschel von der deutschen Justiz wie eine Schwerverbrecherin behandelt wird.
  • MWGFD e.V. – Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie, mehrere gemeinsame Stellungnahmen
  • Ärzte stehen auf – Pressemitteilung mit Verweis auf über 1.000 verfolgte Ärztinnen und Ärzte in Deutschland
  • Ärzte für Aufklärung – gemeinsame Erklärung mit MWGFD und Ärzte stehen auf
  • Anwälte für Aufklärung – RA Dr. Christian Knoche (1. Februar 2026): Forderung nach sofortiger Freilassung und Rehabilitation
  • Nahezu 20.000 Unterschriften auf einer öffentlichen Petition an das Sächsische Staatsministerium der Justiz
  • Rund 1.000 Menschen demonstrierten am Tag des Haftantritts in Dresden

Institutionelle Kritik – indirekt

Eine namentliche Verurteilung durch ärztliche Standesorganisationen im konkreten Fall Witzschel ist öffentlich nicht dokumentiert. Die Sächsische Landesärztekammer hatte bereits 2020 – vor Beginn des Verfahrens – in einer allgemeinen Pressemitteilung auf die Sorgfaltsanforderungen des § 25 der Berufsordnung hingewiesen und sogenannte Gefälligkeitsatteste ohne gesicherte ärztliche Diagnose als nicht berufsrechtsgemäß bezeichnet. Diese allgemeine Position bildet den berufsrechtlichen Rahmen, auf den sich die Strafverfolgung beruft. Die Bundesärztekammer und weitere Kammern haben zum Fall Witzschel keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.

Pressereaktionen

Der Fall Dr. Bianca Sabine Witzschel hat bundes‑ und international Aufsehen erregt. Die Berichterstattung fällt zwischen Mainstream‑ und alternativen Medien sehr unterschiedlich aus:

Internationale Resonanz

Am 10. Januar 2026 kritisierte US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. öffentlich die strafrechtliche Verfolgung kritischer Ärzte in Deutschland. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigte noch am selben Tag die deutsche Justiz – nur wenige Wochen später wurde der Haftantritt von Dr. Witzschel durchgesetzt.

Mainstream-Medien

Vorwiegend übernehmen sie die Urteilsrezeption der Staatsanwaltschaft. t-online überschrieb seine Berichterstattung mit der diskreditierenden Einordnung Reichsbürger-Ärztin, der Radeburger Anzeiger dokumentierte den Prozess als Hochsicherheits-Saal. Die Bildagentur imago-images bietet eine Foto-Serie zum Prozess an.

Alternative und ärztekritische Medien – umfangreiche solidarische Berichterstattung

Prozessbegleitung

Ausblick

Frau Dr. Witzschel steht aktuell beruflich und wirtschaftlich vor dem Nichts. Aber sie hat ein sehr loyales privates Umfeld, das immer für sie da ist und auch nach ihrer Haftentlassung alles tun wird, damit sie ihr weiteres Leben in Freiheit unter würdigen Bedingungen neu gestalten kann.

Zu gegebener Zeit wird die Öffentlichkeit gebeten, ihren Neuanfang zu unterstützen. Wie das möglich sein wird, wird Frau Dr. Witzschel dann sicherlich nach Absprache mit ihrem privaten Umfeld bekannt machen.

Chronologie

01.02.2022:
Landesdirektion Sachsen ordnet mit Bescheid das Ruhen der ärztlichen Approbation an. Zeitgleich Schließung der Praxis in Moritzburg
17.03.2022:
Etwa sechsstündige Hausdurchsuchung in Praxis und Wohnung durch über 30 Polizeibeamte
13.02.2023:
Erster Untersuchungshaftbefehl des AG Dresden (272 Gs 822/23)
28.02.2023:
Verhaftung und Beginn der Untersuchungshaft
30.05.2023:
Weiterer Untersuchungshaftbefehl des AG Dresden (272 Gs 2898/23)
17.06.2025:
Urteil des Landgerichts Dresden (AZ. 15 KLs 734 Js 35923/21): 2 Jahre 8 Monate Gesamtfreiheitsstrafe, Einziehung von Wertersatz in Höhe von 47.186,45 € und 3 Jahre Berufsverbot wegen “Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse in 1003 Fällen” (Maskenatteste, Impfunfähigkeitsbescheinigungen, PCR-Atteste). Gleichzeitig Außervollzugsetzung des Haftbefehls
27.08.2025:
BGH verwirft die Revision von Frau Dr. Witzschel als unbegründet (AZ. 5 StR 130/25) – das Urteil wird rechtskräftig
10.01.2026:
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. kritisiert öffentlich die Verfolgung kritischer Ärzte in Deutschland. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt noch am selben Tag die deutsche Justiz
22.01.2026:
Staatsanwaltschaft fordert den Antritt der Strafhaft innerhalb von zwei Wochen
06.02.2026:
Antritt der Strafhaft in der JVA Chemnitz
2026:
Halbstrafenantrag abgelehnt
2026:
Zwangsversteigerung des Eigenheims in Moritzburg (mit angeschlossenen Praxisräumen) – weit unter dem eigentlichen Wert
23.03.2026:
Mandatsübernahme durch Rechtsanwalt Wilfried Schmitz als neuem Wahlverteidiger
Weitere Informationen

Weiterführende Informationen zum Fall – und dazu, wie die Verteidigung unterstützt werden kann – finden sich unter folgenden Adressen:

Hinweis zur Verantwortlichkeit

Die Angaben in diesem Fallbericht stammen von der betroffenen Person selbst. Die Redaktion prüft, ob eine strafrechtliche oder berufsrechtliche Verfolgung vorliegt; die inhaltliche Richtigkeit jeder einzelnen Angabe kann sie nicht verifizieren. Für die Korrektheit der Darstellung ist die jeweilige Verfasserin bzw. der jeweilige Verfasser selbst verantwortlich.

Name
Dr. med. Bianca Witzschel
Fachgebiet
Allgemeinmedizin; Pharmakologie und Toxikologie
Zusätzliche Qualifikationen
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Fachärztin für Pharmakologie und Toxikologie, Zusatzqualifikation Naturheilkunde
Position
Hausärztin in Moritzburg, Landkreis Meißen, mit über 35 Jahren Praxiserfahrung. Bekannt für ihr fachärztliches Sonderwissen in Pharmakologie und Toxikologie.
Standort
Moritzburg, Deutschland
Alter
69 Jahre
Praxis seit
über 35 Jahre Praxiserfahrung
Verfolgt seit
Februar 2023 (Untersuchungshaftbefehl des AG Dresden am 13.02.2023)
Dokumentiert seit
21.4.2026
Status
2 Jahre 8 Monate Haft, 3 Jahre Berufsverbot – seit 06.02.2026 in der JVA Chemnitz
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