Anonyme Meldung #0014

Anonyme Meldung #0014

Allgemeinmedizin  ·  Hell, Deutschland
80 Tagessätze: 5.600€. Laufendes Verfahren bei der Ärztekammer.
Fallbericht — Dokumentation

Art der Verfolgung

  • Staatliche Strafverfolgung
  • Kammeranwaltliche Strafverfolgung
  • Disziplinarverfahren (Ärztekammer)
  • Hausdurchsuchung und Praxisdurchsuchung
  • Öffentliche Diskreditierung durch die lokale Presse

Vorwurf

Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse gem. § 278 StGB. Vorwurf: 22 Maskenbefreiungsatteste ohne persönliche Untersuchung ausgestellt zu haben.

Was ist tatsächlich passiert?

Ich habe mit allen 22 Patienten persönlich gesprochen und eine gründliche Anamnese erhoben. 13 von ihnen habe ich in der Praxis
untersucht. Die Atteste wurden auf Grundlage medizinischer Befunde ausgestellt. Besonders bei den Kindern war die Symptomatik so schwerwiegend, dass auch ohne eine Untersuchung zweifelsfrei klar wurde, dass sie keine Maske mehr tragen durften. Die Atteste entsprachen meiner ärztlichen Überzeugung, dem Stand der Wissenschaft und dem Genfer Gelöbnis.

— Anonyme Meldung #0014

Aktueller Stand

  • Erstinstanzliches Urteil: 10.500 Strafe (150 Tagessätze)
  • Berufung im November 2025: Urteil über 80 Tagessätze = 5.600€
  • Seit 23.2.26 läuft ein Kammerverfahren bei der Ärztekammer
Auswirkungen — Dokumentation

Berufliche Auswirkungen

  • Praxis musste geschlossen werden
  • Aufbau einer neuen Existenz im Ausland

Finanzielle Auswirkungen

  • Anwaltskosten bisher ca. 10.000 €
  • Rufschädigung in Deutschland
  • Verlust mehrerer 100.000 € durch Neugründung einer Existenz

Persönliche Auswirkungen

  • Schlafstörungen, depressive Episoden
  • Sozialer Rückzug nach negativer Medienberichterstattung
  • Auswanderung

Kollegiale Reaktionen

  • Einzelne Kollegen haben sich solidarisiert
  • Mehrheitlich jedoch Distanzierung, auch von langjährigen Praxispartnern.

Pressereaktionen

  • Die regionale Tageszeitung berichtete 2021 und 2022 mehrfach in ehrverletzender, unsachlicher und rufschädigender
    Weise
  • Eine Beschwerde beim Presserat war erfolglos

Ausblick

Trotz allem würde ich wieder so handeln. Meine Patienten hatten ein Recht auf individuelle ärztliche Beurteilung, und ich hatte die Pflicht, ihnen diese zu geben. Ich wünsche mir, dass diese Dokumentation dazu beiträgt, dass die Öffentlichkeit erfährt, was Ärztinnen und Ärzten in diesem Land widerfahren ist – und dass sich so etwas nicht wiederholt.

Chronologie

Juli bis Nov. 2020:
Ausstellung von Maskenbefreiungen für Patienten mit medizinischer Indikation in 22 Fällen
Feb. 2021:
Hausdurchsuchung in Praxis und Privatwohnung, Beschlagnahme von Patientenakten und EDV
Jan. 2022:
Wir verlassen Deutschland und bauen uns eine neue Existenz auf
Juni 2022:
1. Verhandlung am Amtsgericht
November 2025:
Berufung am Landgericht
Ab Februar 2026:
Laufendes Verfahren beim Kammergericht
Hinweis zur Verantwortlichkeit

Die Angaben in diesem Fallbericht stammen von der betroffenen Person selbst. Die Redaktion prüft, ob eine strafrechtliche oder berufsrechtliche Verfolgung vorliegt; die inhaltliche Richtigkeit jeder einzelnen Angabe kann sie nicht verifizieren. Für die Korrektheit der Darstellung ist die jeweilige Verfasserin bzw. der jeweilige Verfasser selbst verantwortlich.

Name
Anonyme Meldung #0014
Fachgebiet
Allgemeinmedizin
Zusätzliche Qualifikationen
Anthroposophische Medizin, Akupunktur
Besondere Funktionen
Weiterbildungsqualifikation für Allgemeinmedizin
Position
Inhaberin einer Hausarztpraxis mit ca. 1.000 Stammpatienten bis Mitte 2019, danach Privatpraxis
Standort
Hell, Deutschland
Alter
68 Jahre
Praxis seit
1990
Verfolgt seit
Februar 2021 Haus- und Praxisdurchsuchung
Dokumentiert seit
16.4.2026
Status
80 Tagessätze: 5.600€. Laufendes Verfahren bei der Ärztekammer.
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